Ich weiß gar nicht, womit oder wie ich beginnen soll.
Die letzten Tage waren irgendwie be*********.
Ich fange mit meiner Zugfahrt am Mittwoch an.
Also werde ich den Titel entsprechend der Tatsachen benennen: 200 Minuten Verspätung.
Es war 7:44 Uhr mein Zug sollte pünktlich in Bremen abfahren.
Und – jetzt kommts – der Zug fuhr auch pünktlich ab!!!!
Meistens fahre ich mit diesem Zug zur Arbeit. So wie letzten Mittwoch auch.
Der Zug war (wie fast immer) überpünktlich und ich hatte ein Abteil für mich alleine und konnte so noch eine Stunde Schlaf nachholen. Das kam mir nach einer kurzen Nacht entgegen.
Wir fuhren los, der nächste Halt hätte Osnabrück sein sollen (etwa 45 Minuten später) und dann käme auch schon Münster (geplante Ankunftszeit: 9:00 Uhr). Reguläre Fahrzeit beträgt somit 1 Stunde und 15 Minuten.
Direkt hinter Bremen kommen so kleine Orte wie Kirchweyhe, Syke, Bassum und Twistringen.
Twistringen hat man etwa nach 20Minuten durchfahren. Nur nicht an diesem Tag. Wir legten in Twistringen, was für ein Name, eine Pause ein und dann kam die Durchsage. Es ist die Durchsage, die man immer als Bahnreisender fürchtet:
Personenschaden!
Halleluja! Ich hab noch nicht mal Osnabrück erreicht! Es sind erst 20 Minuten um – und den Zug vor uns hat es auf der Strecke getroffen. Mir persönlich tut ja der Lokfahrer immer sehr leid. Der kann ja nichts mehr machen.
So standen wir in Twistringen, ein ganz romantischer Ort mit nichts.
Nach etwa einer halben Stunde kamen die Herren der DB auf die Idee, dass man eine “Lokumführung” machen, zurück nach Bremen fahren und auf einer anderen Strecke weiterfahren könnte, man kann mit dem kleinen Umweg über Minden nur die Bahnhöfe von Osnabrück und Münster nicht anfahren, da müsste man dann eben in Hamm umsteigen.
Nun gut.
Also wurde in Twistringen eine Lokumführung gemacht. Dies wird immer dann gemacht, wenn es nur einen Triebkopf gibt. Da wir wieder in die andere Richtung fuhren, musste sich der Lokführer ans andere Ende mit seiner Lok begeben. Diese Aktion dauert im Schnitt 20 Minuten.
Nach über 60 Minuten waren wir dann wieder auf dem Weg zurück nach Bremen.
In Bremen angekommen waren – na? Genau, sind etwa 1 Stunde und 40 Minuten vergangen.
Was musste in Bremen wieder gemacht werden? Eine Lokumführung. Man wollte ja nach Minden, also musste man in ähnliche Richtung wieder aus dem Bahnhof rausfahren.
Nach über 2 Stunden, ich war noch keinen Zentimeter weitergekommen, weil ich ja wieder in Bremen stand, bekamen wir kein ‘grün’. Nach weiteren 30 Minuten Wartezeit in Bremen haben sich die Herren der DB überlegt: Naja, die Strecke über Osnabrück ist ja wieder frei, wozu dann über Minden fahren. *Kopf gegen die Wand ramm*
Gut, totale Dummheit unterstelle ich ja der DB gar nicht.
Denn der Zug um X:44 Uhr fährt jede Stunde. Klugerweise sind die Züge um 8:44 Uhr und 9:44 Uhr ausgefallen. Hieß: alle fuhren mit unserem Zug.
Mit lächerlichen 2 Stunden und 30 Minuten sind wir dann in Bremen wieder abgefahren – über Osnabrück und Münster!
In Osnabrück allerdings hielt unser Zug etwas länger als gewöhnlich an…
Hinweis in Osnabrück: Personalwechsel!!!!!!!!!!!!
Gut, ab jetzt darf man lachen!
Denn das Personal, was zu uns in den Zug kommen sollte, war in dem Zug von Frankfurt und stand schon in Lengerich.
Zwischen Osnabrück und Lengerich liegen gefühlte 10 Kilometer, wenn es hoch kommt. Mit dem Zug braucht man keine 10 Minuten. Alles klar, dann sollte unser Personal gleich kommen, wenn…
WENN die nicht einen Notarzteinsatz in ihrem Zug gehabt hätten.
Also hatten wir in Osnabrück einen etwas längeren Aufenthalt.
Nach 200 Minuten Verspätung kam ich dann endlich in Münster an.
Ich konnte nur noch lachen.
Am ServicePoint holte ich mir dann meine Bestätigung. Der Mann dort meinte schmunzelnd zu mir: “Sind sie auch endlich angekommen!” Jo, lachend habe ich dies bestätigt. Er fragte mich, wie ich noch so gute Laune haben könnte.
Was soll ich sagen?
Da macht man eh nichts! Wozu schlechte Laune haben!
Außerdem: iiiiiiiiich lebe ja noch, und wer anderes anscheinend nicht.
Da ist auch Aufregung nur sinnlos vergeudete Energie.
Der Mann neben mir stimmte mir sofort zu und war auch gut gelaunt aus dem verspäteten Zug gestiegen.
Ende gut, alles gut.
Ich habe somit das 4. Fahrgastrechtformular in 2 Wochen ausgefüllt.