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Bauarbeiten II

Die Bauarbeiten haben begonnen. Nun verfolgt mich auch noch das Glück, ich pendle in zwei Richtungen – und in beiden Richtungen treffen mich die Baustellen.
Folge Richtung Hamburg: zusätzliches Umsteigen,
Folge Richtung Münster: Zug fällt aus.
Herzlichen Glückwunsch!

Ich bin gespannt wie es weitergeht – es kann nur noch schlimmer werden.

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Bauarbeiten

… können einem das Leben zur Hölle machen.

In meinem Fall wird jeder zweite Zug gestrichen, leider auch meiner…
Dies bedeutet für mich, noch früher aufstehen, noch einen Zug eher nehmen und das über zwei Monate hinweg. Bäh!
Spontan überlege ich mir, wie ich das Problem umgehen kann. Also werden sämtliche Spätdienste mein Freund, um möglichst oft, erst mittags in den Zug zu steigen.

Mögen die Bauarbeiten beginnen!
Ich gebe nicht auf und kann im Zweifel umso länger im Zug schlafen.

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Streik im Fernverkehr

In Belgien und Italien wird diese Woche gestreikt!
Also Achtung im Grenzland. :)

Weitere Infos gibt es bei der DB: hier

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Die besten Wünsche

… für ein neues Jahr!

Ich hoffe, Ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen.

Als ich um kurz vor Mitternacht das Haus verließ und einen Schritt vor die Tür wagte, dachte ich, mich trifft der Schlag. Oder besser gesagt, mich trifft ein Hitzschlag! Über 10 Grad, ein laues Lüftchen und nur kurzer Nieselregen ließen mich zweifeln, ob wirklich Winter ist.

Die Bahn hat sich (mal wieder) für den Wintereinbruch gerüstet, was auch gut so ist, aber nichts passiert.
Wird es auch nicht.
Wenn überhaupt, dann im Februar.

Immerhin gibt es so ein rumrutschen auf den Gehwegen, der Silvestermüll konnte perfekt von der Müllabfuhr weggeräumt werden, ich kam bislang noch nicht zu spät zur Arbeit (bei Schnee und Glätte ist das ja so eine Sache) und eigentlich kann man sich schon fast auf den Frühling freuen. Eben zwitscherten die Vögel vor sich hin…

Es stellt sich die Frage: vermisst jemand den Winter?
Nach den letzten beiden Jahren vermissen wohl die wenigsten den Schnee und den Matsch.
Vielleicht klappt es mit dem Schnee ja im nächsten Winter (oder im Februar). ;)

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Bahn, Bus, Straßenbahn, Fußweg

Ich bin Bahnfahrer. Wüßte ich es nicht besser, könnte man meinen, ich wäre Mitarbeiter bei dem Konzern. An Bahnhöfen werde ich oft gefragt, wo Gleis XY ist, wo der Zug nach Telgte abfährt, wo der Informationspunkt ist, wie man das Fahrgastrechtformular ausfüllt, welche Entschädigungen man bei Verspätungen bekommt.
Leider bin ich kein Mitarbeiter… Um Mitarbeiter zu sein, muss man Optimist sein – gut, diese Voraussetzung würde ich wohl durchaus erfüllen.
Aber man muss auch ein verdammt “hartes Fell” haben, und das habe ich gewiss nicht. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste mir all die Beleididungen anhören, die den Mitarbeitern um die Ohren geworfen werden, ich würde irre werden und…

Als Reisender im Fernverkehr habe ich schon die interessantesten Dinge erlebt. Innerhalb von drei Wochen, gab es zwei Leichenfunde auf dem gleichen Bahnabschnitt.
Letzte Woche war es mal wieder so weit. Ehrlich gesagt, ich kann mich nicht darüber aufregen. Ich finde es traurig. Die armen Menschen. Für die “Zuginsassen” ist dies natürlich nicht lustig, denn damit verbunden ist eine Verspätung von mindestens zwei Stunden und das ist schon sehr optimistisch.

Hasbergen ist ein netter kleiner Ort vor Osnabrück und hat einen wunderschönen Bahnhof! Ehrlich! Ich habe selten so ein schönes Bahnhofsgebäude gesehen. Kein Vergleich zu den Prunkbahnhöfen in den Großstädten, an dieser Stelle ist das Motto “klein aber fein” angebracht.
Dort hatten wir die Gelegenheit, eine kleine Verschnaufspause an der frischen Luft einzunehmen und auf die Freigabe der Strecke zu warten. Da ich weiß, wie lange das dauern kann und es nicht mehr so früh war, habe ich nach Alternativen gesucht.

Alternativen zu “man bleibt im Zug sitzen und wartet”:
1. Mit dem Ersatzbus von Hasbergen nach Osna zum Bahnhof, von dort mit dem RE Richtung Norden.
2. Mit dem Linienbus nach Osnabrück
3. – (In Hasbergen übernachten?)

Die Zugcheffin war großartig, sie wies darauf hin, dass all diejenigen, die in die Umgebung von Osnabrück müssten, in den Linienbus einsteigen könnten, der in 15min. vor dem Gebäude vom Bahnhof abfahren würde.
Diese Einladungen haben sehr viele wahrgenommen, was jedoch nicht Sinn und Zweck der Aktion war. Der Linienbus fuhr u.a. auch zum Osnabrücker Hauptbahnhof. Also dachten sich viele Zugreisende, es sei eine großartige Idee, den Bus zu nehmen, um dann weiter zu fahren.

Der Linienbusfahrer sah von weitem die Menschentraube und blieb erstmal vor der Haltestelle stehen. Dann fuhr er langsam zur Haltstelle und öffnete vorsichtig vorne nur eine Tür. Nach einer kurzen Rücksprache mit seiner Zentrale etc. hat er die Mitteilung herausgegeben, dass man bei ihm zahlen müsse und der Ersatzverkehr sofort bereit gestellt würde. Ich fand das sehr nett von ihm. Denn er konnte wirklich nicht alle mitnehmen. Wer bei ihm mitfahren wollte, musste also zahlen. Man kann sich den Unwillen bei den Reisenden vorstellen.

Da ich Experimente liebe, bin ich in den Linienbus eingestiegen. Nun kenn ich zig Orte um Osnabrück herum. Eine nette kleine Tour. :) Am Bahnhof angekommen, war auch schon die Reisegruppe mit dem Ersatzbus da. Das fand ich beeindruckend, der Ersatzverkehr wurde anscheinend sehr schnell zur Verfügung gestellt. Ein paar andere Gäste haben sich auch ein Taxi gegönnt.
Die Anzeigentafel in Osna verriet, dass in 10min. der RE nach Bremen Hbf abfahren würde. Die Durchsage am Bahnhof und durch den RE teilte allen Fahrgästen Richtung Bremen und Hamburg mit, dass der verspätete Fernverkehrszug in 30min ankommen würde und den RE auf der Strecke überholen würde und somit vor diesem in Bremen ankommen würde. Ein sehr netter Hinweis. Kein Mensch konnte ahnen, dass die Strecke so schnell wieder freigegeben werden würde! Aber weil ich keine Lust mehr auf den Fernverkehr hatte und ich nur 10min später nach dem IC/EC ankommen sollte, blieb ich im RE sitzen.
Dummerweise hab ich dadurch meine Straßenbahn verpasst und musste etwas länger auf die nächste Stra-Ba warten. In der Zwischenzeit hatte man aber die Gelegenheit ein Formular auszufüllen. Wie immer waren die Mitarbeiter der DB am Informationspunkt sehr freundlich und zuvorkommend und je länger ich dort stehen blieb und mir die Beschimpfungen von Reisenden anhören musste, umso mehr taten mir die Angestellten leid. Irgendwie war ich froh, dass ich den Job nicht machen musste.

Drei Stunden später als erwartet war ich zu Hause und alles andere als genervt, weil ich unterewgs sehr lustige Gespräche mit anderen Reisenden hatte, die die Verspätungen auch mit Humor genommen haben. Das ist viel netter als sich aufzuregen! :)

Nun etwas Skurriles, was die meisten Reisenden wirklich zum Verzweifeln brachte und was ich echt verstehen kann:
Der Fernverkehrszug hatte im Rheinland schon eine Verspätung, weil dort die Strecke wegen eines Leichenfundes gesperrt wurde.
Ein weiterer Leichenfund vor Osnabrück brachte dann alle Reisenden auf die Palme.
Ich gebe zu, gleich zwei Tote auf einem Weg zu haben, das hatte selbst ich noch nicht.
Ich will gar nicht wissen, was die insgesamt für eine Verspätung hatten….
Von daher: was ist schon ein Toter auf der Strecke?! Das muss man optimistisch sehen, jene Reisende hatten echt Pech und gleich zwei auf ihrer Strecke.

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November bei der DB

Es wird für mich ein langer Eintrag – per Handy aus dem Zug. Vermutlich werde ich die komplette Fahrt damit verbringen… Es wird also kurzweilig.

Es ist November und meistens ist es der Monat mit den häufigsten Suiziden. Zwischen Münster und Osnabrück nahm sich heute ein Mensch das Leben.

Es gibt jetzt zwei Sichtweisen:

1. Für Angehörige ist es schrecklich. Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, wenn er sich umbringt. Man kann es sich nicht vorstellen und sollte dies besser auch nicht tun.

2. Wie hart können Menschen (ver-)urteilen, wenn Sie die Auswirkungen zu spüren bekommen?
“Der Wixer, hätte er sich nicht in seinem Bad erhängen können?”
“Da fahre ich einmal Bahn und dann passiert sowas.”
“So eine Scheiße.”

Es ist ein Unglück, die Strecke wird gesperrt. Die Staatsanwaltschaft rückt aus, Polizei, Bestatter…
Bis die Strecke freigegeben ist, dauert es.
Ich vermute, dass es für keinen der Beteiligten lustig ist. Umso schlimmer sind die unflätigen Ausdrücke am Service Point. Die Mitarbeiter der DB müssen ein echt hartes Fell haben, ich hoffe, sie werden entsprechend entlohnt.

In der Warteschlange hinter mir stand also ein junger Herr. Der regte sich laut bei seinen beiden Freunden auf. Wüste Beschimpfungen bis hin zu “für die Hin- und Rückfahrt werde ich nichts bezahlen. Das kriege ich ja wohl alles zurück.”

Ein innerliches lautes Auflachen meinerseits hebte meine Stimmung. Sein Gesicht möchte ich sehen, wenn er nur max. 50% des Fahrpreises zurückbekommt.
Von Münster ging es dann auf nach Hiltrup. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Zug ausgefallen und der nächste hatte bereits 30min Verspätung. Also 1,5 Std. im Verzug.

Die kurze Zugfahrt von 10min ließ mich wieder am menschlichen Verstand zweifeln. Eine Frau blockierte erstmal die Tür und fragte laut, ob das der richtige Zug sei, sie müsse nach Mannheim. Ein innerer Seuftzer braute sich in mir zusammen. Ein Mann sagte ihr, dass der Zug nur nach Warburg fährt, Sie aber in Hiltrup aussteigen soll. Dort würde der Zug nach Frankfurt halten, der (natürlich) auch über Köln fährt.
Ihre pampige Art ließ mich erschauern. Sie wolle nicht nach Köln oder Frankfurt, sondern nach Mannheim. Guuuut.

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Kinder,

nehmt Euch einen Atlas zur Hand. Und nun suchen wir alle mal Köln, Frankfurt und Mannheim.
Was sagt uns das?
Man könnte meinen, Köln und Frankfurt liegen genau auf dem Weg nach Mannheim.
Vielleicht wollte die Frau aber auch über Würzburg nach Mannheim. Möglich.
Nachdem ein Mann und sie sich in die Haare bekommen hatten, musste ich weghören. Sonst hätte ich mich zu sehr aufgeregt. In solchen Stresssituationen verlieren Menschen ganz oft ihren Verstand. Man sollte sie an die Hand nehmen. Den Befehl “Hinsetzen!” erteilen und dann den Atlas rausholen, etwas über die Größe und Knotenpunkte der DB erzählen und hinterher aufsagen lassen.

In Hiltrup hat der zweite Zug einen unplanmäßigen Halt eingelegt. Meine große Reisegruppe bestieg fix den Zug und dann ging es über eine Güterstrecke nach Osnabrück weiter.

Mein Zug hat mittlerweile 61min Verspätung.
Da ich den vorherigen Zug auch nicht bekommen habe, liegt meine Verspätung bei 121min.

Vermerk: ich bin von meinem Rekord noch weit entfernt! (Der liegt bei über 200min.)

PS: Ein antialkoholisches Getränk für alle! HUI! Das ist gut!

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