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Fazit: Zugfahrt

Die erste Hälfte im Ausland war mehr als bescheiden und bedürfte eines ausführlicheren Berichts.

In Duisburg, im schönen Deutschland angekommen, würde es nicht besser. Dem Zug IC 2310 fehlte der Wagen Nr.8.

Eine Schulklasse wurde an einem Bahnsteig zum Ende geschickt, weil sich dort angeblich deren Wagen befand – es war leider das andere Ende.

Und was sind eigentlich Bahn.comfort Sitzplätze?
Diese Plätze sind für Reisende mit einem Comfort-Status reserviert, auf der entsprechenden Bahncard vermerkt! Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies ausser mir niemand in dem Wagen hatte. Deren Glück, dass ich einen Platz bekam. Ansonsten hätte ich mir wohl den Hass des gesamten Wagens auf mich gezogen.

Home sweet home.
Reisen mit Gepäck ist ja so anstrengend.

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Ausstieg

Ich packe meins Sachen zusammen und will aussteigen. Ich stelle meine leere Wasserflasche zum Mülleimer auf den Tisch. Ein skeptischer Blick meiner Sitznachbarin von gegenüber. Ihr Hinweis: “Ihre Wasserflasche”
Ich: Ja, die ist leer.
Sie: Dann bringen Sie Sie doch in den Müll.
Ich: Nehme die Flasche, mache den kleinen Mülleimer am Tisch auf und stecke Sie dort rein.

Soll Sie sich doch jetzt den Inhalt des gesamten Eimers angucken. Denn zu ging er nicht mehr.
Ich gebe zu, ich hatte schlechte Laune nach der Fahrt. Zumal ich leidlich zu ertragen bin, wenn ich krank bin.

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Erneutes Klingeln

Wieder die Frau zwei Reihen hinter mir, nachdem schon drei weitere Telefonate bezüglich Handwerker etc. folgten:
“Und ein online check-in geht nicht?”

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Erneute überflüssige Informationen

Drei Reihen hinter mir klingelt ein Telefon. Ein Mann geht ran: “Hallo Henning!”

“Nein, ich komme gerade vom Flughafen und sitze noch im Zug.”

“Ich war in Kanada. Ich war zweieinhalb Monate nicht zu Hause.”

“Ja, lass uns die Tage noch mal telefonieren. Dann habe ich einen Kalender vor mir liegen.”

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Informationen für die Welt

Ich sitze im Zug, zwei Reihen hinter mir klingelt ein Handy. Eine Frau geht ran.
“Hast du eben schon mal versucht mich anzurufen?”

“Ich konnte nicht ran gehen, ich war auf dem Klo.”

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Noch mal Glück gehabt

In NRW tobte am Donnerstagabend ein schweres Unwetter. Bis zu 6000 Blitze wurden vom Wetterdienst Meteomedia in ca. zwei Stunden gezählt.
Die Auswirkungen hatten Schäden von zig 1000 Euro. (Von den Toten in Belgien beim Festival mal ganz abgesehen, wie schrecklich.)

Unangenehmerweise durfte ich mir das Spektakel am Himmel aus der Nähe ansehen. Optisch war es beeindruckend. Den ganzen Tag war es schwül, die Luft erdrückte einen regelrecht. Gegen Abend zog es sich langsam zu. Ein paar Tropfen fielen herab, noch hatte man sich nichts dabei gedacht. Die Tropfen ließen wieder nach. Ein Blick nach draußen verhieß aber nichts Gutes. Eine schwarze Front baute sich auf. Um ca. 20:30 Uhr war der Himmel komplett schwarz. Man hatte das Gefühl, es wäre tiefster Winter. Aber ein Schritt vor die Tür verriet, dass eine unerträgliche Hitze in der Luft lag.

Dann – selbstverständlich als ich Feierabend hatte – brach das Gewitter über uns ein. Unglaublich viele Blitze erleuchteten den Himmel. Ein leises Grollen ließ uns in dem Glauben, dass das Gewitter etwas nördlich von uns vorbeizog. Aber dann wurde es lauter, der Regen stärker und ich ahnte schon nichts Gutes.

Nach ca. 20 Minuten war der gröbste Teil überstanden, das Grollen wurde wieder leiser, Blitze durchzuckten weiterhin den Himmel und ich machte mich auf den Weg, von Abdach zu Abdach führte es mich zum Bahnhof.

Die Anzeigentafel am Bahnhof verriet mir, dass alle Züge Richtung Köln ca. 90 Minuten Verspätung hatten, mein Zug lediglich 25 Minuten. Hoffnung keimte in mir auf, vielleicht hatte ich die Chance, die letzte Straßenbahn zu bekommen. Dann kam die Durchsage: „Die Strecke zwischen Münster und Hamm bleibt bis auf unbestimmte Zeit gesperrt, kein Zugverkehr. Die Strecke zwischen Dortmund und Münster ist gesperrt, kein Zugverkehr.“ Woher kam wohl mein Zug? – Dortmund.

Nach einer Stunde am Bahnhof rumhängen, inklusive Döner und Kinderriegel machte ich mich auf den Weg zum Service Point. Hinweis: Richtung Norden alle Mann bitte in den Zug Richtung Osnabrück. Also stieg unsere Reisegruppe bestehend aus ca. 30 Personen in den Regionalzug.
In Osnabrück angekommen war klar, es kommt kein Zug mehr, der uns nach Hause oder sonst wohin bringen würde. Viele meiner Gefährten mussten unglücklicherweise zum Flughafen! Was für ein Start in den Urlaub, den haben sie sich nach der Fahrt auch verdient.
In Osnabrück war es dann 00 Uhr. Ich sollte eigentlich schon längst in meinem Bettchen liegen, aber ich war noch über 100km davon entfernt.

Ein Mann von der Bahn zählte uns am Bahnsteig bereits alle durch – dann hatte er eine Durchsage gemacht, wir sollen zum Service Point kommen. Dieser Mann war unsere Rettung! Er war sehr freundlich, hatte Verständnis und konnte uns weiterhelfen! Großartig.
Wir teilten uns in Gruppen auf – je nach Ziel wurden wir zusammengewürfelt. Gruppe A: Hamburgreisende, Gruppe B: Bremen Flughafen, Gruppe C: Bremen Hauptbahnhof. Dann ging es mit dem Taxischein in der einen Hand und dem Taxifahrer an der anderen Hand (selbstverständlich nicht!) zum Auto und los ging unsere Fahrt. Wir waren zu fünft. Eine nette Runde mit interessanten Leuten. Wenn es nicht schon so spät gewesen wäre und ich nicht unendlich müde gewesen wäre, hätte ich glatt Gespräche angefangen, aber so habe ich mich nur noch gewundert.

Zwei weitere Leute mussten ebenfalls in meine Richtung innerhalb Bremens weiterfahren, sodass man sich ein weiteres Taxi teilen konnte.

Um 2 Uhr stand ich vor meiner Haustür, schloss diese auf, liess alles sofort von mir fallen und glitt unter meine Bettdecke. Mein letzter Gedanke war: Verspätung von 2 Stunden, das geht ja noch, dein Rekord auf dieser Strecke liegt bei über 3 Stunden Verspätung…

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