Zahnärzte. 
Eigentlich habe ich kein Problem mit Zahnärzten. Ich bin zum Glück nicht sonderlich empfindlich, was die Spritzen angeht, ich lasse das Feld gern beackern, wenn es hinterher gut aussieht. (5 Jahre bei einem Kieferorthopäden härten ab. Was sind da schon Schmerzen im Mundraum? Das ist alles relativ.)
Aufgrund meines Umzugs musste ich mir leider einen neuen Zahnarzt suchen. Ich habe meinen vorherigen Zahnarzt geliebt!!! Er war mein persönlicher Zahnarzt-Gott! Der hatte quasi Narrenfreiheit. Aber er hatte dies auch nur, weil er wirklich gut war. Hat das gemacht, was nötig war, hat es gut gemacht, hat gefragt, wie man es machen sollte und hat mir Alternativen vorgeschlagen.
Ende letzten Jahres habe ich den ersten Versuch gestartet einen neuen Zahnarzt zu finden.
Praktisch wie ich bin, habe ich mir den nächstliegenden Arzt gesucht. (Eine Straße weiter.)
Dieser Zahnarzt hat sich über eine Stunde Zeit für mich genommen! Das war der absolute Wahnsinn. Er hat mir zig Fragen gestellt (zu meiner gesamten Zahngeschichte), Röntgenaufnahmen, Videoaufnahmen etc. Das ganze Programm. Geile Sache. Aber ich habe schnell gemerkt, dass er eigentlich nur ‘sein’ Ding durchziehen wollte: Ästhetik bis in die Spitzen, scheiß aufs Geld, nehmen sie sich eine Zusatzversicherung und wir machen alles schön. Ööööööhm…..
Ja, klar.
Neuer Versuch, der zweite Zahnarzt hat eine gute PR (er war sogar schon bei RTL zu sehen). Bei meinem Besuch musste ich auch feststellen, dass er sehr gut aussieht. Aber dann hört es auch schon auf. Ich glaube, es war der 3. Satz nach “Guten Tag, mein Name ist…” und “4 OB, 5 ABC etc.” – “Ich empfehle ihnen eine Zahnzusatzversicherung.”
Ich habe überlegt, was ich tun soll: aufstehen und gehen, nett lächeln und mich beraten lassen oder (dazu habe ich mich entschieden) zu sagen “ja, ich weiß, ich habe mich auch schon schlau gemacht, verschonen sie mich mit Werbematerial, ich weiß, welche Versicherung gut ist und ja, das Stiftung Warentest Heft habe ich auch, danke.” Ende. Danach kam nix mehr. Er hat sich verabschiedet und das wars. Kein nettes Gespräch mehr.
Mal im Ernst – da kommt man sich doch wie der letzte Dreck vor!
Außerdem, wenn man so eine Zusatzversicherung abschließt, muss man ein sorgfältig geführtes Heft vorweisen, dass man SEHR regelmäßig beim Zahnarzt war (war ich nicht), und damit fängt das Dilemma schon an.
Zweiter Punkt: es kostet Geld! Und eine gute Versicherung kostet mal locker 25€ im Monat.
Wenn man weder Student noch richtig Arbeitend ist, wovon soll man das bitte finanzieren?
Nächstes Mal frage ich den Arzt, ob er mir die Versicherung finanziert. Dann ist das alles kein Thema und er kann sich an mir austoben! Viel Spaß, sie werden bestimmt nicht arbeitslos. (Ich hingegen suche eine Nebentätigkeit zur Finanzierung meiner Versicherungen. Immer her mit den Angeboten!)